Europa, kannst du mir in die Augen sehen?

Im Juli wurden in 16 verschiedenen europäischen Städten Porträts von Bewohner*innen des Kara Tepe Camps in einer Ausstellung des berühmten Fotografen JR gezeigt. Die Ausstellung ist Teil des grösseren „Inside Out Project“. 

„Europe, Look me in the Eyes“ (Europa, sieh mir in die Augen) wurde ursprünglich auf Lesvos ins Leben gerufen, fand jedoch bald ein Echo auf dem gesamten europäischen Kontinent. Die Ausstellung zeigt Frauen, Männer und Kinder auf der Flucht, die sich bereit erklärt haben, ihre Gesichter zu zeigen, ihre Stimmen zu erheben und wie ein menschliches Vergrösserungsglas die harte Realität zu zeigen, mit der sie an den europäischen Grenzen und darüber hinaus konfrontiert sind. Hinter diesen Gesichtern verbergen sich menschliche Geschichten über rücksichtslose und illegale Push Backs, langfristige Unterdrückung, Vergewaltigung, Folter, Missbrauch, Menschenhandel, das Leben in überfüllten Geflüchtetencamps, menschenunwürdige sanitäre Bedingungen, extreme Witterungsbedingungen und die Gefahr der Abschiebung in kriegsgebeutelte Länder. 

Der Koordinator des Mytilini-Projekts sagt: „Die Suche nach Schutz und Asyl in Europa wird noch schwieriger, weil Länder die Kontrolle über ihre Grenzen an Drittländer wie die Türkei, Libyen und Marokko delegieren. Europa und der Rest der Welt können nicht länger die Augen vor dieser humanitären Krise verschliessen und versuchen, sich aus der Verantwortung zu stehlen, indem sie diesen Drittländern wohltätige Spenden zukommen lassen“. 

Wenn du in Edinburgh, Porto, Lissabon, Coimbra, Paris, Lyon, Berlin, Frankfurt, Oslo, Bergen, Brüssel, Namur oder Palermo bist, kannst du diese Porträts sehen.